Montag, 19. Februar 2018

TV Smith and the Bored Teenagers & UK Subs @ Duesseldorf, ZAKK (15.2.2018)

TV Smith and the Bored Teenagers
Ich bin an diesem Tag um 5.00 Uhr in der Frühe aus Bexhill On Sea losgefahren, um eine frühe Fähre nach Dünkirchen zu erreichen. Zum Glück war der Verkehr an diesem Donnerstag auch sehr angenehm. Als ich um 11.00 in Dünkirchen ankam brauchte ich noch 4 Stunden bis Düsseldorf. Aber...eigentlich war ich „durch“. Aber wenn schon TV und die UK Subs quasi um die Ecke im ZAKK spielen, konnte ich doch diese Gelegenheit nicht verpassen.
Tim
Im ZAKK traf ich viele bekannte Menschen aus den unterschiedlichen Kontexten. Das war fein. Besonders freute ich mich Paul, den Tourmanager, zu treffen. Ihm überließ ich auch meinen „Neat Neat Neat“-Badge (immerhin hatte ich mir in Bexhill noch 5 davon als Reserve zugelegt). Paul zu treffen ist jedes Mal sehr nett. Es gibt keinen besseren Tourmanager und ich finde es natürlich besonders schön, dass er so eng mit Tim zusammenarbeitet. Und nachdem er schon 5 Wochen mit den UK Subs durch halb Europa gefahren ist, hat er die in Düsseldorf startende Tour von TV mit den Bored Teenagers übernommen und somit noch knapp 1 ½ Wochen drangehängt. Neben Paul traf ich natürlich auch Tim, der in diesem Jahr wohl endlich das neue Album einspielen wird. Darauf freue ich mich schon sehr, denn die neuen Songs sind brilliant. Von denen spielte er mit den Spaniern als Zugabe nur einen. Und das klang mit Band super. Der „Rest“ war der bekannte und famose „Ritt“ durch den „Backkatalog“ der Adverts mit einer Prise „Cheap“ und „Explorers“. Wie gehabt zog die Band den Set ohne Atempause durch. Atemberaubend in vielfacher Hinsicht!.
Danach kamen die UK Subs, die mehr oder weniger den gleichen Set wie in Bochum im Januar spielten. War das Konzert eigentlich für den Club angekündigt, war alles dann doch kurzfristig in die Halle verlegt worden. Der Kartenvorkauf war wohl so gut, dass sich diese Veränderung lohnte. Und so freute sich Charlie Harper auch, dass unter der Woche so viele Menschen ins ZAKK gekommen waren.
Als die nach einem famosen Set die Band „Hier kommt Alex“ spielte bewegte ich mich langsam zum Ausgang. Nicht weil es schlecht war. Gang im Gegenteil. Ich war jetzt endgültig „durch“ und ich musste mich nach meiner „England-Tour“ einfach ins Bett werfen. Beim rausgehen sah ich Breiti von den Hosen – die fast komplett anwesend waren - in der Ecke stehen. Hmm: was er und die anderen in diesem Moment wohl dachten, als einer der Heroen des Punk ihren Song auf der Bühne sang? Wäre interessant, das zu wissen.

UK Subs

Freitag, 16. Februar 2018

The Damned & Slim Jim Phantom @ Bexhill On Sea, De La Warr Pavillion (14.2.2018)

The Damned
Die Information am Dienstag, dass der Auftritt in Southampton ausfallen würde, war schon frustrierend. Per Zufall las ich die Nachricht auf Facebook. Der Umstand, dass Dave Vanian krankheitsbedingt nicht auftreten könnte, nährte die Vermutung, dass damit dann auch der Auftritt am folgenden Tag in Bexhill gestrichen sei. So verließ ich am Mittwoch – früh am Morgen – das Hotel in Southampton und machte mich auf den Weg nach Bexhill. Da ich dort das Hotel nicht mehr stornieren konnte, fuhr ich trotzdem. Es könnte ja sein, dass die Damned doch noch abends auf der Bühne stehen würden.
Auf dem Weg nach Bexhill machte ich in Brighton einen Zwischenstop. Dort gibt es wunderbare Plattenläden und andere Geschäfte. Während ich dort in einem Cafe saß, erfuhr ich, dass das Konzert stattfinden würde. Glück gehabt.
So fuhr ich dann zum Hotel nach Bexhill. Dieses Sussex-„Hotel“ entpuppte sich als ein wahrer Horrortrip. Als ich dort ankam – effektiv ist es unter normalen Umständen ein Pub mit B&B – dachte ich erst, das Gebäude würde umgebaut. Der Pub selber war richtig dreckig und unaufgeräumt – alle möglichen Dinge lagen da rum. Aber: es war Betrieb. Als ich dann endlich jemand gefunden hatte, der sich verantwortlich fühlte, wurde mir eröffnet, dass meine Reservierung bei ihnen nicht angekommen sei. Ich sollte auf den „Manager“ warten, der sich als ein wirklich ungepflegter Zeitgenosse mit mehr fehlenden als vorhandenen Zähnen herausstellte. In der Zwischenzeit traf auch Fleagle – einer der TV Smith Fans, den ich seit 2006 gut kenne – ein. Witzigerweise hatte er auch dort reserviert. Er kam mit seinem Kumpel Shaun, der aber gerade eine Grippe ausbrütete...die wie angeflogen...ihn total schachmatt setzte. Obwohl Fleage für beide gebucht hatte, war nur ein Zimmer für Shaun vorhanden. Für Fleagle und mich war kein Platz mehr. Ich hatte das im Blick auf meine Person ehrlicherweise auch sehr erhofft. Allein der Anblick der Toilette hätte mir den ganzen Tag verderben können. Ich bin ernsthaft nicht sehr zimperlich aber so etwas hatte ich noch nicht erlebt. Was nun? Während ich schon mit dem Gedanken spielte, direkt nach dem Konzert nach Dover zu fahren und eine Nachfähre zu nehmen, hatte Fleagle außerhalb von Bexhill ein anderes B&B organisiert...sogar zu einem ermäßigtem Preis. Shaun wollte aber sich mehr irgendwohin bewegen und zog es vor, in diesem Drecksloch zu bleiben, obwohl Fleagle auf ihn einredete, doch in das andere B&B mitzukommen. So fuhren wir beide dann allein zur neuen Unterkunft, die im Vergleich zum „Sussex-Hotel“ wie eine 5-Sterne-Residenz war. Das B&B war mit einer kompletten Hochzeitsgesellschaft belegt und im kleinen Pub hörte sich ein DJ schon warm mit den Hits aus den 80ern. So war auch klar, dass Fleagle den Sonderpreis bekommen hat. Aber wie dem auch sei: immerhin war alles sauber und freundlich.
Slim Jim Phantom
Nach einer kurzen Verschnaufpause fuhren wir wieder zurück nach Bexhill und ich fand sogar einen günstigen Parkplatz direkt neben dem Venue. Das war alles andere unwichtig, regnete es doch in Strömen begleitet von einem unangenehmen Wind. Es folgte dann ein Gang durch zwei Pubs, wo wir verchiedene Leute kennenlernten bzw. auch trafen. Unter anderem auch Mick, der das jährliche Undercover-Festival organisiert. Denn es ist so, dass Fleagle wirklich viele Menschen kennt...auch viele Musiker...und da er selbst aus Croydon stammt, wo die Damned herkommen, hat er sie dann auch über 200 – ernsthaft – Male gesehen.
Das Venue stellte sich als kalter Funktionsbau heraus. War die O2-Academy in Bournemouth ein wunderschöner Bau im viktorianischen Stil, hatte der Konzertsaal in Bexhill den Charme einer Turnhalle in einer alten NVA-Kaserne.
Was aber positiv anders war: am Merchstand war alles billiger. Kosteten die T-Shirts in Bournemouth noch 25 Pfund, waren sie jetzt 5 Pfund billiger. Zudem hatte auch die Frau von Captain Sensible ihre wunderbar große Kollektion von Badges dabei und ich deckte mich – weil ich sie dann immer wieder verliere – mit dem grandiosen „Neat Neat Neat“-Badge ein – im 5er-Pack.
Das Programm war dann wie in Bournemouth das gleiche: um 20.00 eröffnete Slim Jim Phantom den Abend. Es war gut und unterhaltsam. Den kam man eigentlich überall hinstellen und der macht dann sein Ding. Sehr gut.
Um 21.00 standen dann pünktlich „The Damned“ auf der Bühne. Ich war gespannt in welchem Zustand Dave Vanian sein würde. Typisch Damned-Humor: der Captain kam mit einem Taschentuch auf die Bühne und simulierte einen heftigen Schnupfen. Die Band fing an mit „Wait fort he Blackout“ und dann kam Dave Vanian. Und er sah aus als wäre gar nichts gewesen – er sang als wäre gar nichts gewesen – er bewegte sich auf der Bühne als wäre gar nichts gewesen. Das war verblüffend. Mehr noch: die Band war absolut phantastisch drauf. War Bournemouth schon ein Konzert gewesen, bei dem spürbar war, welchen Bock die da hatten, wurde das noch gesteigert. Sowohl der Captain als auch Vanian selbst waren extrem gut aufgelegt. Ich hätte nicht gedacht, das die sich noch steigern könnten. Also: es war absolut brilliant. Das betraf dann auch die drei neuen Songs: war „Standing On The Edge Of Tomorrow“ in Bournemouth sehr sehr gut, so war ich im Blick auf die beiden anderen Lieder „The Devil In Disguise“ und „Evil Spirits“ ein wenig verhaltener. Beide Songs erschienen ein wenig auf wackeligen Beinen. Aber vielleicht hing das auch mit dem schon angeknacksten Zustand von Dave Vanian zusammen. Denn in Bexhill kamen beide Lieder ganz anders – frisch und richtig gut – rüber. Sicherlich: auf der ganzen Tour wurde bis jetzt – wenn ich das richtig gesehen habe – die gleiche Setlist gespielt. Das ist ok und hängt wohl mit Paul Gray zusammen. Erst Recht ist es in Ordnung, weil die Auswahl einfach brilliant war.
Auch diesmal flog ein Bierbecher. Und dann passierte etwas, womit ich so nicht gerechnet hätte: der Becherwerfer – er mochte wohl nicht das letzte neue Stück – wurde ehe er überhaupt bis drei zählen konnte von der Security gegriffen und sofort durch eine Seitentür nach draußen befördert.
Nach der letzten Zugabe – Jet Boy/Jet Girl – ging ich ins Foyer, um Fleagle zu treffen. Er war schon vor mir da und wir fuhren dann in das B&B. Wir verabschiedeten uns, denn ich wollte – um eine frühe Fähre zu bekommen – schon um 5.00 die Unterkunft verlassen.
Was für ein grandioser Abend. So schade es war, dass Southampton ausgefallen ist: diese beiden Konzerte waren der Hammer!


Das war die Setlist:

Wait For The Blackout
Lively Arts
Silly Kids Games
Standing On The Edge Of Tomorrow
Dr. Jekyll And Mr. Hyde
Under The Floor Again
Antipope
So Messed Up
New Rose
Love Song
Stranger On The Town
Gun Fury
Eloise
Street Of Dreams
Devil in Disguise
Ignite
Dozen Girls
Neat Neat Neat

Seagulls
Generals
Evil Spirits
Smash It Up

Jet Boy/Jet Girl


Montag, 12. Februar 2018

The Damned & Slim Jim Phantom @ Bournemouth, 02 Academy (11.2.2018)

The Damned
"The Damned" waren und sind ein Phänomen. Wie man überall ja nachlesen kann: die erste Funkband, die eine Single rausgebracht hat...und die erste Band, die in den USA aufgetreten sind und die erste Band (oder eine der ersten), die sich - wenn auch nur zwischenzeitlich - wieder aufgelöst hat. In diese Geschichte dann verwoben verschiedenste Veränderungen des Lineups mit immer neuen Stilakzenten, mit denen sich The Damned permanent neu erfunden haben. Wobei das Besondere ist, dass sie bei allen Stilmodifikationen immer "The Damned" blieben. Sicherlich: die Phase in den den frühen 90er Jahren war hierbei die schwächste und hätte, wenn nicht Captain Sensible 1996 wieder eingestiegen und Rat Scabies rausgeflogen wäre, über kurz oder lang die Band in die Bedeutungslosigkeit manövriert. Aber überblickt man die 42jährige (!) Bandgeschichte so zeigt sich ein großer Schatz an musikalischen Juwelen und bedenkt all die vielen kleinen und großen Geschichten, die über die Engländer erzählt werden, kann man sich nur wundern, dass die überhaupt noch existieren. Also: diese Band ist besonders - sie ist ein Phänomen.



Ich mag "The Damned" ganz besonders auch wenn ich zugeben muss, dass mich beim ersten Anblick das Cover des Debütalbums erst einmal vom Kauf abgehalten hat. Richtig eingestiegen bin ich mit Erscheinen der "Machine Gun Etiquette" und das erste Mal konnte ich die Band dann im Oktober 1982 zusammen mit Cor in London auf der Strwaberries-Tour sehen. Es ist nun witzig, dass gerade jetzt zwei erwähnenswerte Aspekte von damals bei dem Auftritt in Bournemouth auch eine Rolle spielen. Der eine ist privater Natur. Ich war in Bournemouth zusammen mit Martin, meinem englischen Freund, den ich 2005 bei einem Gang of Four Konzert in London kennenlernte. Wie sich dann herausstellte, war er damals auch im Hammersmith Odeon. Der andere Aspekt betrifft den damaligen Bassisten Paul Gray. Er hatte schon 1980 auf dem "Black Album" Bass gespielt und eben auch auf dem 1982 erschienenen "Strawberries"-Album. Danach war er gegangen und dann 1996 wieder eingestiegen als der Captain und Dave Vanian die Reset-Taste drückten. Damals verließ er dann nach einem Zwischenfall bei einem Konzert - er wurde von einem Bierbecher am Kopf getroffen - die Band und es schien so als wäre es das gewesen. Zudem erlitt er einen desaströsen Tinnitus und erkrankte noch schwer an Krebs. Als im letzten Jahr unvermittelt der Bassist der Band - Sau West - seinen Dienst quittierte, war es für alle eine Überraschung als zu lesen war, dass Paul Gray bereit sei, dass anvisierte neue Studio-Album mit einzuspielen. Erschien das zunächst als ein Freundschaftsdienst jenseits der Bühnenlandschaft, überschlugen sich die Reaktionen als bekannt wurde, dass er auch die aktuelle Tour mitmachen würde. Denn: Paul Gray ist ein begnadeter Bassist, der speziell für viele Songs der Damned den gewissen Unterschied macht. Stu West war gut, Patricia Morrison - die jetzige Ehefrau von Dave Vanian - war auch nicht schlecht...aber Paul Gray ist brilliant. So bekam die "Evil Spirits-Tour" auf einmal eine ganz besondere Note. Denn ich gehe davon aus, dass Paul Gray nur temporär dabei sein wird. Er hat einen festen Job in Cardiff und angesichts seiner fragilen Gesundheit wäre alles andere eigentlich undenkbar.

Als ich im letzten Juli sah, dass die Band auf Tour gehen würde, entstand der Plan, doch über Karneval eben nach England zu fahren. So war es dann letztlich auch. Um 4.00 morgens startete ich, nahm um 10.00 die Fähre von Dünkirchen nach Dover und kam dann bei scheinender Sonne in Bournemouth an. Ich fand sogar sofort einen Parkplatz beim Hotel, das nur 3 Minuten zu Fuß von der 02-Academy entfernt liegt. Abends traf ich mit Martin - wir aßen etwas und dann ging es in das Venue, das anfangs noch extrem leer aussah.
Der Merch-Stand war ein wenig ernüchternd: 25 Pfund für ein T-Shirt. 10 Pfund für 4 Badges. Hmmm. Es gibt sicherlich viele Faktoren, die das alles so teuer macht. Gerade jetzt in England. Trotzdem: das war ein Dämpfer. Aber auch der einzige.

Der Abend wurde - wie auf der ganzen Tour - von Jim Slim Phantom eröffnet. Slim Jim ist der ehemalige Schlagzeuger der Stray Cats mit dem Merkmal, dass er im Stehen spielt. Mit einem jungen Gitarristen und Bassisten spielte er - sehr kurzweilig - genau eine halbe Stunde. Natürlich fehlten nicht einige der Stray Cats Klassiker wie "Rumble in Brighton". Hatte es auch etwas von Cover-Band: der Set war solide und Jim Slim Phantom ist immer noch eine "coole Socke". Jedenfalls bot er an, nach dem Set am Merchstand sein Buch zu signieren (wohl mit einigen Stories über seine Zeit mit Britt Eklund) und für Seifen zu posieren. Aber allein wie er das tat, war schon witzig. Und wie ich hörte, werden wohl die Stray Cats auch wieder in den USA auf Tour gehen. Die Rente muss abgesichert werden. Nachvollziehbar.

Captain Sensible
Dann nach einer relative kurzen Umbauzeit standen "The Damned" auf der Bühne. Ich habe die Band ja jetzt schon einige Male gesehen. Zuletzt 2016 in der Royal Albert Hall und dann noch in Leuten. Sicherlich: der Gig in der Royal Albert Hall war in vielfacher Hinsicht einmalig. Unter musikalischen Gesichtspunkten bewahrheitete sich nun das, was ich bei den überschwänglichen Reaktionen der letzten Tage im Netz lesen konnte: die Präsenz von Paul Gray setzt dem ganzen noch etwas drauf. Und das vom ersten Song an. Der Umstand, dass die Band "Wait for the Blackout" als erstes spielte, gab eh die Richtung an, in die es gehen sollte: der Set war voll von Liedern von den beiden Alben, die Paul Gray mitgeprägt hatte: eben "The Black Album" und "Strawberries". Es gibt Bassisten, die nicht wirklich wahrnehmbar sind...eben mehr im Hintergrund verweilen...es sei denn man konzentriert sich auf sie. Paul Gray ist aber einer derjenigen, der mit seiner Art Bass zu spielen, sofort auffallen, weil dieses Bass-Spiel anders ist....fast gleichberechtigt neben die Gitarre tritt. Und das ist, was die Engländer meinen, wenn sie sagen "That makes the difference"!
So stand da eine Band, die besser nicht sein könnte: Paul Gray eben, dann der wunderbare Captain, der mit seinen Zwischenansagen immer wieder die Lachmuskeln provozierte, der grandiose Dave Vanian - sowie Pinch, der Schlagzeuger...den ich ernsthaft sehr viel mehr schätze als Rat Scabies...sowie Monty, der hinter seinen Keyboards wie gewohnt rumkaspert.
Und alle hatten sehr viel Spaß. Die Band und auch Publikum. War die Halle - wunderbarer alter viktorianischer Baustil - bei der Vorband noch moderat gefüllt, war es dann bei den Damned sehr gut gefüllt...aber alles andere als ausverkauft. Trotzdem war es eine große Party.

Dave Vanian
Im Blick auf die Setlist dominierten - wie er schon erwähnt - die Songs von "The Black Album" und "Strawberries". Vom ersten Album kamen natürlich "New Rose", "Neat Neat Neat" und "So messed up". Das zweite Album wurde - wie immer - ignoriert. Von MGE kamen natürlich "Love Song" und "Smash it Up" sowie "Antipope". Dann noch "Street of Dreams" und "Eloise" von der "Phantasmagoria/Anything"-Phase. Und als letzte Zugabe dann noch "Jet Boy/Jet Girl". Insgesamt gab es auch drei Songs vom neuen Album, das irrwitzigerweise ja erst im April erscheinen wird. Hier strahlte das schon vorab veröffentlichte Stück "Stand at the Edge of Tomorrow", das ich live sehr viel besser als in der Studio-Version finde. Zudem waren da noch zwei andere Stücke (Devil In Disguise & Evil Spirits), die "ansehnlich" waren - will sagen: sie hörten sich nicht schlecht an aber sie haben mich auch nicht wirklich vom Hocker gerissen. So sehr es der Band anzurechnen ist, dass sie immer wieder auch etwas Neues herausbringt: die Hit-Dichte der früheren Alben wird sie nicht mehr erreichen und es wird aber trotzdem spannend sein, das neue Album in Ruhe zu hören. Denn was auch gestern klar war: bei den beiden anderen neuen Liedern befand sich die Band irgendwie noch in der Probephase...da lief nicht alles rund (nicht nur weil zeitweise das Mikro von Dave Vanian ausfiel). Wie werden sehen bzw. hören.
Nach 2 Stunden verließen wir dann glücklich das Venue. Ein toller Abend mit einer tollen Band. Ich freue mich nun auf Southampton und Bexhill.


Das war die Setlist:

Wait For The Blackout
Lively Arts
Silly Kids Games
Standing On The Edge Of Tomorrow (YouTube)
Dr. Jekyll And Mr. Hyde
Under The Floor Again
Antipope
So Messed Up
New Rose
Love Song
Stranger On The Town
Gun Fury
Eloise
Street Of Dreams
Devil in Disguise (YouTube)
Ignite
Dozen Girls
Neat Neat Neat

Seagulls
Generals
Evil Spirits (YouTube)
Smash It Up

Jet Boy/Jet Girl

Update zu dem Konzert in Southampton: es wurde eben (13.2.) einige Stunden vorher abgesagt, weil Dave Vanian krank ist. Wie ich auf Facebook las, fühlte er sich wohl schon am Samstag in Bristol nicht wohl und nach dem Konzert in Bournemouth schrieb jemand anderes, dass er sich dort wohl schon "grippig" fühlte. So nachvollziehbar das ist, dass dann ein Konzert nicht stattfinden kann...ich bin alles andere als "amused". Ich sitze jetzt in Southampton und das morgige Konzert in Bexhill steht nicht nur auf der Kippe, sondern erscheint unwahrscheinlich auch wenn nach Aussage von Monty-  so schrieb wieder jemand anderes - dieses Konzert evtl. doch stattfinden könnte. Jedenfalls stelle ich mich darauf ein, dass ich morgen einen konzertfreien Tag in Bexhill haben werden. Das Hotel kann ich jetzt nicht mehr canceln und die Fähre ist eh für Donnerstag früh gebucht. Also Kurzurlaub an der englischen Südküste. Arggghhhhh!

Donnerstag, 25. Januar 2018

Belgrad & Dikloud @ Duesseldorf, Tube (24.1.2018)

Belgrad 
Düsseldorf ist manchmal komisch. Speziell dann, wenn unter der Woche eine Band in der Stadt spielt. Ich habe schön öfters im Tube Mittwochs gestanden und es waren kaum Menschen da. So auch an diesem Mittwochabend. "Belgrad" aus Hamburg sollten spielen. Ein Konzert-Genosse hatte mich Ende des Jahres auf die vier Hamburger aufmerksam gemacht. "Sie seien gut..." - und da ich wußte, dass er einen guten Geschmack hatte und ich eh immer dankbar für sachdienliche Hinweise bin, kaufte ich mir das Debutalbum und war beeindruckt: ein Hauch Hamburger Schule, manche Gitarrenriffs erinnern an die frühen Interpol, das Melancholische auch und im Ansatz auch an EA80 der frühen 90er Jahre. Wunderbare Melodien wechseln ins Krachige und lassen sich wieder finden. Ein schönes Album. Und live? Also kaufte ich mir ein Ticket und erreichte das Tube.
Dikloud
Nach einem netten Gespräch mit dem Haus-Mixer - dem Gitarristen der Richies! - eröffnete eine andere Band: "Dikloud". Das Besondere bei diesem Trio: der Sänger/Gitarrist von Belgrad tat das Gleiche in dieser Band. Respekt: zwei Sets mit unterschiedlichen Bands am gleichen Abend. Dikloud sind rauher als Belgrad. Sie lassen sich auch schwerer einordnen als der Hauptact. Und die waren gut, sehr gut sogar. Und das obwohl sich vielleicht gerade mal 10 zahlende Gäste eingefunden hatten. Was für ein tristes Bild vor der Bühne. Aber wie der Drummer dann am Ende des Konzertes - als ich am Merchstand noch das Album der Band erstand - sagte: "So ist es manchmal...". Das sind die Niederungen, die jede Band erlebt. Trotzdem: dann immer noch einen sauberen Set abzuliefern, ist schon gut. Das Gleiche gilt dann auch für Belgrad, die das fast komplette Album mit drei neuen Songs spielten. War die Vorband schon sehr gut, so war Belgrad für mich wirklich extrem gut. Mich hat dieses Konzert nicht nur beeindruckt, es hat mich begeistert. Finde ich das Album schon brilliant, so warn die Songs live noch intensiver. Den Gesang teilten sich abwechselnd Gitarrist und Schlagzeuger. Der Bassist bearbeitete stoisch/präzise seinen Bass und der "Herr der Keyboards" unterlegte die Songs auf betörende Weise. Hätte ich Zeit würde ich mir die Band noch einige Male auf der Tour angucken. Ziemlich genau um 23.00 war dann aber alles aus. Die Band verließ nach der Zugabe die Bühne. Sicherlich alles andere als froh über die magere Zuschauerzahl. Bleibt nur zu hoffen, dass sie zukünftig wieder vorbeikommt.

Lösung
Eisengesicht
Fratze
Osten
Schellack und Gewalt
Mühle
Niemand
Westen

Leben
Kahlberg

Samstag, 20. Januar 2018

UK Subs & Assmatix @ Bochum, Rockpalast (19.1.2018)

Charlie Harper
Januar. Kalt. Am Vortag Sturm. Als ich in Bochum ankomme, regnet es erst einmal heftig. Einlass kurz nach 20.00. Ich war vorher noch nie im "Rockpalast" gewesen. Auf den ersten Blick ist das Venue (incl. Empore) ganz cool. Nur der Sound war grenzwertig. Vor allem für die Band selber. Ich stand den größten Teil des UK Subs Konzertes direkt vor Charlie Harper und der hatte eigentlich die ganze Zeit keinen Monitor...hörte also von sich nix. Wunder der modernen Technik.

UK Subs
Aber von Beginn an: wie erwartet traf ich eine ganze Reihe sehr netter, bekannter Menschen. Angehende SeniorInnen auf Klassenfahrt. Das empfinde ich sehr entspannend. Dann eine Vorband, die - naja - wirklich nicht mein Ding war. Ich hörte, dass der Support am Tag zuvor in Aachen ganz, ganz schrecklich gewesen sein muss. So war es in Bochum natürlich nicht. Trotzdem war ich nicht unglücklich als die Dortmunder Band Assmatix nach einen guten halben Stunden den Weg für die UK Subs frei machten.
Alvin Gibbs
Paul - der beste Tourmanager schlechthin - erzählte mir vorher schon, dass sie eben auf jeder Tour eine andere Supportband hätten und dass das alles komplizierter machen würde. War TV Smith in all den letzten Jahren immer dabei gewesen, war es einfach: kurzes Changeover und vor allem ein verläßlicher Ablauf. Jetzt müssten sich die UK Subs jeden Abend - Blind Date - auf neue Leute und deren Zuverlässigkeiten/Unzuverlässigkeiten einstellen.
Steve Straughn
Die UK Subs - um es direkt zusammenzufassen - waren brilliant. Sie meisterten nicht nur suboptimalen Rahmenbedingungen im Blick auf den Sound: sie spielten einen sehr guten Set. War der in den vergangenen Jahren eher dadurch geprägt, dass er eher weniger Überraschungen bot, wurde für die Tour nochmal neu im großen Topf der vielen, vielen guten Songs geschüttelt. Das bahnte sich schon an, als die Band Ende des Jahres u.a. ihren 40-Jahre-Jubiläums-Gig spielten, der live via YouTube gestreamt wurde. Nicht nur Teile der vor wenigen Monaten veröffentlichen Singles wurden zu Gehör gebracht: auch Songs wie "Another Cuba" wurden gespielt. Überhaupt gehören ja die UK Subs zu den wenigen Bands, die über all die Jahre immer wieder etwas Neues rausgebracht haben und eben nicht nur aus dem alten Material existieren. Das ist schon extrem beeindruckend. So wie überhaupt die Band mich immer wieder zum Staunen bringt: Charlie Harper, der mit über 70 auf der Bühne rumtänzelt als wäre er dann doch 20 Jahre jünger - Alvin Gibbs, der stoisch seinen Bass spielt und mit dem fantastischen Drummer Jamie Oliver das Rückgrat der Band abbildet und dann eben Steve Straughan, der für mich der bisher beste Gitarrist in der Bandgeschichte der UK Subs ist.
Also: was will man mehr. Die UK Subs sind ein Phänomen und ich hoffe, dass die noch einige Jahre nicht nur mich erfreuen werden.

Jamie Oliver

Donnerstag, 11. Januar 2018

TV Smith & Vom (feat. Thomas Schneider) @ Duesseldorf, Pitcher (10.1.2018)

TVOM feat. Thomas Schneider

 Wie kann man - im Hinblick auf ein Konzert - ein Jahr besser beginnen als mit einem Konzert von TV Smith? Dazu noch: TV nicht allein, sondern mit Vom und Thomas Schneider. Musikalisch war es ein herrlicher Abend. Das Trio war launig aufgelegt. Am Morgen hatte Vom ein Video von der "Probe" in der Nacht zuvor in Netz gestellt. Die drei hatten Spaß in der Nacht und dann auch im Pitcher. Für einen Mittwochabend - und dann noch für Düsseldorf! - war das Pitcher am Ende ausverkauft. Und so startete ein Set, der zwar (leider) keinen neuen songs präsentiert ... der aber vom Anfang bis zum Ende (TV sagte, dass es ja schon Tradition sei, mit "Runaway Train Driver" zu enden) stimmig war. Auffallend war, wie gut und geschmeidig die drei auf der Bühne harmonierten. Ist es bei TV und Vom eh der Fall, empfand ich dieses Mal Thomas Schneider noch sehr viel besser als er eh schon ist. So gab es viel zu lachen. Das Video - siehe unten - gibt einen kleinen Einblick für das, was da vor den Songs vor allem zwischen TV und Vom hin- und herging. Kurzum: TV mit Vom zu sehen, hat einen hohen Unterhaltungswert.Und ich freue mich schon auf das nächste Konzert mit




It's Warming Up
Only One Flavour
No Time To Be 21
Expensive Being Poor
Immortal Rich
Generation Y
Replay
I Delete
The Drink
The Day We Caught The Big Fish
Waiting For The Axe To Drop
Pushed Again
My String Will Snap
Lion And The Lamb
Gary Gilmore's Eyes
Bored Teenagers
One Chord Wonders

Stacheldraht Mann
Lord's Prayer

Good Times Are Back
Runaway Train Driver



Montag, 1. Januar 2018

Rückblick 2017

Das Jahr 2017 war aus verschiedenen Gründen sehr bunt für mich. Im Blick auf Musik konnte ich viele, viele wunderbare Bands sehen. Und nicht nur das: auf Tonträger-Ebene gab es für mich wiederum neue Entdeckungen, die mein Herz höher schlagen ließen.
Diese Jahr also jeweils eine TOP 7.

Hier also zunächst die Top 7 der besten Konzerte, die ich in diesem Jahr sehen konnte:

1. The Skids @ Blackpool, Rebellion Festival
















Das beste Konzert auf dem Festival. Ein Traum ging da für mich in Erinnerung.

2. Cyanide Pills @ Essen, Freakshow













Die nach wie vor beste NEUE Punkband in unseren Tagen.

3. Shame @ Essen, Hotel Shanghai














DIE Entdeckung für mich in diesem Jahr. In kleineren Clubs unschlagbar.

4. Desperate Journalists @ Cologne, Blue Shell















Betörend und wunderbar. Eine fantastische Band.

5. Sonic Avenues @ Essen, Anyway














Diese Band aus Montreal hat mich umgehauen.

6. Spizz Energi @ Cologne, Sonic Ballroom















Eigentlich hatte ich NICHTS erwartet und erlebte die Wiedergeburt einer der Bands der zweiten Stunde des Punk.

7. The King Blues @ Cologne, MTC





















Sie sind wieder da und konnten an das anknüpfen, wo sie 2012 aufgehört haben. Outstanding!


Dann hier die TOP 7 der besten Alben in diesem Jahr:

1. Cyanide Pills - Sliced & Diced
Das dritte und beste Album dieser Band...wobei die beiden ersten schon fantastisch sind. Die werden immer besser.

2. Desperate Journalist - Grow Up
Wenn doch "Independent" immer so sein möge: voller Energie und wunderbarer Songs

3. Autobahn - The Moral Crossing
Voll Retro...aber genial. Ich liebe dieses Album.

4. Duncan Reid & The Big Heads - Bombs Away
Das perfekte dritte Album. Von A-Z ein Knaller.

5. Pog - Little Trophies
Diese Band aus Brighton ist ein Geheimtip: ein wunderschönes Album.

6. Bitter Grounds - Hollowlands
Diese Band aus Utrecht schießt den Vogel ab: wunderbare Songs/Melodien. Dutch-Punk!

7. Ramones - Leave Home (40 Anniversary Edition)
Ok. Nichts Neues. Aber diese liebevoll hergestellte Edition muss man einfach lieben.

Sonntag, 31. Dezember 2017

Protex @ Essen, Freakshow (29.12.2017)

Protex
 Da ich an dem Abend kein Auto zur Verfügung hatte, fuhr ich mit der S-Bahn von Düsseldorf nach Essen. Da die Freakshow sehr nah am Bahnhof Essen-Steele liegt, war es einfacher als gedacht. So verbrachte ich meinen Konzert-Jahresabschluss in dem Venue, das immer wieder zu überzeugen weiß: nette Menschen, die den Laden am Leben erhalten, eine überschaubare Größe, faire Priese, ein außergewöhnliches Design und eigentlich immer ein großartiges Publikum. Auch wenn an diesem Abend ein Idiot meinte, einen auf "Dicke Eier" machen zu müssen. Aber letztlich hat der sich dann auch nach einer klaren Ansage getrollt.
"Protex"aus Belfast spielten auf. Ich hatte die Band schon im August auf dem Rebellion Festival gesehen. Poppiger Punk / angepunkter Pop. Wie dem auch sei: eine sehr sympathische Band, die eine gute Stunde spielten. Die Band war auch früher - "damals" - nie durch ein besonderes Outfit aufgefallen. Schon damals wirkten sie auf den Fotos mehr als normal. Entscheidend ist ja eh, was quasi vorne rauskommt. Und dass sind zum großen Teil wunderschöne Songs mit ins Ohr gehenden Melodien. Und das Besondere: diese Band lebt nicht - wie so viele andere - nur von dem, was sie vor über 30 Jahren aufgenommen haben. In diesem Jahr kam ein neues Album "Tightrope" - auf einem Label in Österreich! - heraus, das sich mehr als sehen lassen kann. Auf der einen Seite schließt es an die alten songs nahtlos an. Auf der anderen Seite ist das neue Album alles andere als eine Reproduktion des Alten. Nicht allein das ist hervorragend. Protex ist keine Band, die wirklich oft spielt. Aber diese vier Musiker auf der Bühne zu sehen, macht einfach Freude: die spielen nicht nur mit viel Spaß, sondern sie spielen auch so, dass alles genau auf den Punkt sitzt. So kam ein guter song nach dem anderen. Ein Jahresabschluss kann eigentlich gar nicht besser sein.
Leider musste ich die Freakshow bei den Zugaben verlassen, um noch meine S-Bahn zu erreichen. Aber egal: es war ein toller Abend.



Samstag, 23. Dezember 2017

Peter and the Test Tube Babies & Dick York + The Originals @ Duesseldorf, Haus der Jugend (22.12.2017)

Peter And The Test Tube Babies
Was kann man erwarten, wenn Peter and the Test Tube Babies spielen? Ernsthaft nicht viel mehr, als dass es ein Abend sein möge, an dem man Spaß haben kann. Mehr ist aus meiner Sicht nicht zu erwarten. So hat diese Band vor allem einen nostalgischen Wert. War das erste Album "Pissed & Proud" schon ganz gut, brachte es die Band aus Brighton aber dann fertig, mit "The Mating Sound Of South American Frogs" eines der besten Alben dieser - je nach Zählart - dritten Welle des englischen Punk hinzubekommen. Dieses zweite Album ist von Anfang bis zum Ende genial und war insofern Segen und Fluch zugleich, als dass Peter and the Test Tube Babies danach niemals mehr nur ansatzweise nachlegen konnten. Für mehr als ein bis maximal zwei ganz gute Songs hat es nie mehr ausgereicht und auch das aktuelle Album ist eigentlich nicht wirklich gut. Es reiht sich ein in die Phalanx der neuen Alben der alten Helden wie Chelsea und The Adicts, die allesamt - wenn man sie ganz nüchtern betrachtet - doch sehr überflüssig sind. Aber wie dem auch sei. Das ist meine ganz subjektive Meinung. Trotzdem gucke ich mir Peter and the Test Tube Babies - wie auch Chelsea und The Adicts - immer wieder gerne an. Denn - um beim gestrigen Konzert zu bleiben - die Brightoner haben einen hohen Unterhaltungswert. Nicht nur, dass all die alten Hits gespielt werden. Jedes Jahr steht die Weihnachtstour unter einem neuen Motto.
Dalton Family
War es letztes Jahr Donald Trump, war es dieses Jahr der Knast. Inspiriert war das durch den Zwischenfall im August als der Sänger nicht in die USA einreisen durfte und unter Polizeiaufsicht direkt wieder in einen Flieger nach England gesetzt wurde. War es damals aufgebauscht worden, dass der Grund allein in der letzten Weihnachtstour lag, als der Sänger Donald Trump "parodierte", kam wohl noch erschwerend hinzu, dass er schlicht und einfach keine Arbeitserlaubnis für die USA dabeihatte. Jedenfalls hatte er als Reaktion drauf schon ein Knastoutfit in Blackpool. Und so stand der Frontmann dann wie der kleine dicke Cousin der Daltons auf der Bühne und bot gediegene Unterhaltung. Das Einstreuen von einigen neuen Songs war nicht schadhaft. Getragen war alles von dem frühen Material der beiden ersten Alben. Und das war auch gut so - und das wollten auch alle hören. Zudem ist noch anzumerken, dass die Band nach wie vor frisch und druckvoll spielt, so dass auch die vom Alkohol versetzte Stimme des Sängers nicht so schlimm ins Gewicht fällt. Kurzum: Peter and the Test Tube Babies boten rund 80 Minuten Party. Mehr nicht. Aber das extrem gut.
Was ich von der Vorband nun gar nicht berichten kann: Dick York & The Originals. Das war ziemlich abgestanden. "Not my Cup of Tea" - wie die Engländer sagen würden.
Nun denn. Viel wichtiger: da waren sehr viele nette Menschen. Und so war es ein wunderbarer Abend!

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Family 5 @ Duesseldorf, ZAKK (13.12.2017)

Family 5 
Im Rahmen des "Lieblingsplatten-Festivals" traten gestern im ZAKK "Family 5" auf. Und das war wunderbar. War der Auftritt aufgrund der nicht besonders großen Ticketnachfrage in den Club verlegt worden, fand das Konzert dann doch in der Halle statt. Es war aber alles andere als ausverkauft...trotzdem passte es.
Peter Hein
Die Band spielte - wie es das Festival vorgibt - das erste Album "Resistance". Der Charme eines solchen Unternehmens ist ja, dass sich zum einem eine Band noch einmal mit einem ganzen Album auseinandersetzen muss und so das eine oder andere Lied mal wieder gespielt wird, was sonst endgültig in der Versenkung verschwunden wäre. Zum anderen kommt - wie in diesem Fall - ein Juwel zum Glänzen: wo es sich zeigt, dass ein tolles Debut-Album auch nach über 30 Jahren immer noch strahlen kann.
Und Family 5 haben das wirklich gut hinbekommen. Auch wenn Peter Hein zum Schluß meinte, dass er krankenhausreif sei (typische Ironie oder ehrlich Selbstoffenbarung) spielten die 7 Familienmitglieder das Album in einer Frische, die schlichtweg spaß machte. Nach dem Album kam quais der "Bonus-Set", in dem natürlich auch Songs des letzten Albums vertreten waren. Für diesen Part hatte sich die Band dann eine Besonderheit ausgedacht: für 4 Lieder kamen jeweils 4 Gast-Sänger/Sängerinnen auf die Bühne. Am Eindruckvollsten war dabei das Duett von Peter Hein mit Martina Weith (der ehemaligen Sängerin von Östro 430), die mit einer fulminanten Stimme überraschte.
Am Ende hatte die Band über 90 Minuten gespielt. Und es war ein großartiger Abend. Merkwürdig nur, dass für diese Band, die zum Feinsten der Bandlandschaft dieses Landes zählt, dann doch nicht so viele ins ZAKK kamen. Schon im Frühjahr im Haus der Jugend war die Besucherzahl eher mager. Merkwürdig. Diese großartige Band hätte mehr verdient.

Freitag, 8. Dezember 2017

Shame @ Essen, Hotel Shanghai (8.12.2017)

Rohe Energie: Shame
Wenn schon so eine grandiose Band direkt noch einmal in der Nähe spielt, ist das eine Aufforderung, sie mir noch einmal anzugucken. Diesmal spielten Shame im Hotel Shanghai in Essen. Dieses Venue kannte ich noch nicht. an sich ein ganz netter Laden mit einer eher kleinen Bühne. So klein, dass ich - an das Ende des Shame-Auftrittes in Köln (siehe vorherigen Blog-Eintrag) denkend - schon arge Bedenken hatte, dass sich jetzt erst Recht Gitarrist und Bassist ihre Instrumente dem jeweils anderen in irgendein Körperteil rammen. Aber: oh Wunder...auf engsten Raum beherrschten die beiden die Kunst, wie von ADHS geschüttelt rumzuhüpfen und sich doch passgenau aus dem Weg zu gehen. Respekt! So erlebte ich nun einen Set, der auch zu Ende gespielt werden konnte.

Es war ein Set, der vom Anfang bis zum Ende wahrhaft fantastisch war. Diese 5 jungen Engländer haben eine unglaubliche Energie. Auch wenn Sie keine 40 Minuten gespielt haben: sie sahen hinterher aus als hätten sie einen Marathonlauf hinter sich. Die geben alles. Allen voran der Sänger, der nach dem 4. Lied mal kurz vorne auf die Bühne kotzte nachdem er sich vorher halbwegs die Seele aus dem Leib geschrien hatte. Es ist eine Band, die spielt als wäre es das letzte Mal. Stand ich zu Beginn noch ein wenig weiter hinten, um wenigstens ein Video aufnehmen zu können, verbrachte ich die meiste Zeit direkt rechts vor der Bühne und ließ mich von dieser brachialen Energie berauschen. Ich habe allein dieses Jahr wirklich viele sehr, sehr gute Konzerte erleben können. Aber Shame werden dieses Jahr zu den TOP-Five der besten Konzerte gehören. Allein das letzte Stück "Gold Hole" hatte etwas Infernalisches: fast schien es, als würde jetzt alles außer Kontrolle geraten und die einzelnen Bandmitglieder aktivierten noch einmal die letzten Reserven. Besonders der Bassist stach hervor, wie er dann doch auf dem Rücken lag und seinen Bass mit so einer Art Bühnengardine verhedderte und zum Schluß einfach nur noch auf sein Instrument eindrosch. Großes Kino.
Als die Band ihren Auftritt beendet hatte, sprach ich noch den in Köln lädierten Gitarristen an, wie es seinem Kopf ginge. Er meinte, dass die Wunde nicht so tief gewesen sei aber dass sie trotzdem genäht werden musste. Dabei grinste er.
Hatte ich ursprünglich vor, mir dann noch den Hauptact "Gurr" anzugucken, entschied ich mich spontan, doch wieder nach Hause zu fahren. Das war einfach zu gut. Nichts gegen Gurr, aber Shame sind nicht zu toppen.



Donnerstag, 7. Dezember 2017

Shame & Gurr @ Cologne, Gebäude 9 (6.12.2017)

Rampensau
Vor einigen Wochen machte mich mein englischer Freund Martin auf die Band "Shame" aufmerksam. Sie seien aufregend...schrieb er mir. Als ich mir dann bei YouTube einige Videos von den 5 Engländern ansah, konnte ich diese Einschätzung nur teilen. 5 junge Engländer, die - so sagte es gestern der andere Martin treffend - auf "Rotzlöffel" machen. Musikalisch kann ich die gar nicht so richtig einordnen. Offiziell laufen sie unter dem Label "Post-Punk", das aber alles und nicht sagt. Der englische Martin hat in ihnen auch etwas von den frühen Killing Joke erkennen wollen. Es ist wohl so, dass da verschiedenste Zitate vorkommen. Jedenfalls hat die Band allein mit dem Stück "Concrete" einen Monster-song hervorgebracht. Und auch all die anderen Lieder sind klasse. So bin ich auf das Debutalbum des Quintetts gespannt, das Mitte Januar erscheinen wird.
Gestern nun im Gebäude 9 spielten Shame als Support für Gurr.
Shame!
Was soll ich sagen: der Auftritt war so wie ich ihn mir erhofft habe. Und so ist es vielleicht die Gunst der Stunde, eine - durch das ständige Touren - gut eingespielte Band mit einen tollen Energie auf der Bühne erleben zu können. Im Hintergrund ein blutjunger Schlagzeuger, der stoisch auf sein Schlagzeug einprügelt. Links der eine Gitarrist, der leicht unbeteiligt erscheinend sein Ding durchzieht. Dann rechts der andere Gitarrist, der keine Sekunde ruhig stehen kann und der nur noch durch den Bassisten übertroffen wird, der wild hin- und herspringt. Und dann der Sänger, der - so jung er auch sein mag - die großen Gesten schon voll drauf hat und - das alles sehr stimmig - jetzt schon eine enorme Ausstrahlung hat: die Rampensau schlechthin. So wirbelten Shame vom ersten Ton an auf der Bühne herum - und das war wahrlich beeindruckend. Es war nahezu perfekt. Wenn überhaupt - so wiederum der andere Martin - erschienen die 5 noch fast zu nett für das selbst gewählte Rotzlöffel-Image. Aber unter dem Strich war das eine extrem gute Performance, die schlicht und einfach nach Wiederholung schreit. Schon deshalb, weil der Auftritt keine halbe Stunde dauerte. Denn die beiden auf der rechten Seite - Gitarrist/Bassist - gerieten unfreiwillig aneinander, was dem Gitarristen eine dicke Platzwunde am Kopf einbrachte, so dass der Auftritt abgebrochen werden musste. Ok: es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass einer der Musiker blutend auf der Bühne steht. Wiederum: ich hätte da auch nicht gerne weitergemacht während mir das Blut runtertropft. So spielten Shame eben nicht mehr "Concrete". Quasi ein musikalischer "Coitus Interruptus". Schade. Aber allein das, was ich gehört habe, war toll.

Gurr

"Gurr" hingegen haben mich nicht wirklich vom Hocker gehauen. Das Album der Band ist eigentlich sehr gut. Ich bin mir daher auch nicht sicher, warum sich meine Begeisterung in Grenzen hielt. War es der Kontrast zur Vorband? Lag es daran, dass ich in dem Moment lieber noch mehr von Shame gehört hätte...und der der unerwartete Abbruch des Sets dann doch schmerzte? Oder war es, weil ich zu Gurr alleine wohl gar nicht hingefahren wäre? Ich weiß es nicht. Jedenfalls macht die Band einen sehr ansprechenden Indie-Pop und Gurr konnten die anwesenden Menschen in Bewegung bringen. Also eine gute Band. Am Freitag spielen beide Bands dann in Essen. Mal sehen, wie Gurr dann auf mich wirken.

Sonntag, 3. Dezember 2017

The Adicts, Spizzzenergi & Cashbar Club @ Duesseldorf, ZAKK (2.12.2017)

The Adicts
Ich mag das ZAKK. Seit vielen Jahren gehe ich da immer wieder gerne hin...nicht nur zu Konzerten. Aber was wirklich nervt ist der Sound in der Halle. Ich weiß nicht was es ist: der Raum, die Anlage oder das Unvermögen der Menschen am Sounboard. Jedenfalls war am gestrigen Abend der Sound mal wieder grottenschlecht.
Opa vom Cashbar Club
Besonders übel war der Sound bei der lokalen Supportband: beim "Cashbar Club". Starteten die Düsseldorfer vor Jahren zuerst mit Coverversionen, die alle auf einen guten Musikgeschmack der Band verwiesen, so dreht sich nun das Konzept der Band. Auf der Setlist - so vermute ich - befanden sich bis auf das letzte Lied nur Eigenkompositionen. Da nun der Sound wirklich unterirdisch war, kam nun nicht mehr als ein Soundbrei herüber. Insgesamt hatte ich aber den Eindruck, dass die Band "rockigere" Pfade nun eingeschlagen hat. Und selbst der letzte Song - "Making Plan for Nigel" von XTC - konnte ich erst auf den letzten Metern eindeutig identifizieren. Das Schicksal der ersten Band/der Supportband, bei der der Sound auf dem Tiefpunkt begann.

Spizz
Erstaunlicherweise gab sich der Mischer bei "Spizzenergi" ein wenig - aber nur ein wenig - mehr Mühe. Ich sah die Band vor einigen Monaten im sonic Ballroom und war hellauf begeistert. Unter dem Strich war der Auftritt gestern exzellent...gleichwohl muss ich anmerken, dass Spizzenergi auf kleineren Bühnen besser platziert ist. Wie schon in Köln erwies sich Spizz als leicht durchgeknallter und herausragender Entertainer, der von einer sehr, sher guten Band begleitet wird. Es ist eine wahre Freude, die auf der Bühne zu erleben. Da die Band ja immer nur kurz tourt (und das nur ab und zu) und die einzelnen Bandmitglieder im Alltag noch anderes machen, ist es schon erstaunlich, dass die dann so einen gut aufeinander abgestimmten Auftritt hinlegen können. Respekt. Jedenfalls spielte die Band fast eine Stunde und das war gut so.

Karnevalist
Bei den Adicts ist es nun so, dass eigentlich von vornherein klar ist was kommt: eine Mischung aus vitalem Punk der frühen 80er Jahre und Karneval garniert mit einem recht hohem Vermüllungsfaktor angesichts des Konfettis, der Klohrollen und der diversen anderen Dinge, die ins Publikum gefeurt wurden. 75 Minuten Party. Eigentlich nichts anderes. "The Adicts" sind eine durch und durch professionelle Band, die - so war in der letzten Ausgabe des Ox zu lesen - mit wenig Bandproben auf einem sehr hohen technischen Niveau ihre Shows spielen. Der Umstand, das zwei der neuen Songs des brandneuen Albums auf der Setlist landeten, veränderte nichts am Gesamtkonzept. Und so ging dann im ZAKK die von allen erwartete Party ab. Kaum einer ließ sich vom immer noch schlechten Sound wirklich runterziehen. Und dass es auf der Empore zum Schluß noch eine handfeste Keilerei gab, lag weniger am Grottensound sondern vielmehr am zu hohen Alkoholgenuss von einigen Menschen mit einem massiven Agressionsproblem. Am Ende kam das obligatorische "You'll Never Walk Alone" - by the way: die einzig wirklich gute Version dieses Songs - zu dem sogar dann Spizz noch auf die Bühne kam und es flogen wieder die großen Bälle durchs Publikum. Also: wenig Neues...aber das erwartet auch niemand (mehr) ... dafür aber erstklassige Unterhaltung.



Sonntag, 10. September 2017

Richies, Jiro Okabe + Band, Zwakkelmann, Nimrods & Kontrollpunkt @ Duesseldorf, Haus der Jugend (9.9.2017)

Jörg zusammen mit Jiro Okabe
Es hat viel Kraft und Mühen gebraucht, um dieses Ramones-Tribute als BOC (Beat On Cancer) - Festival vorzubereiten. Jörg hat es geschafft, ein tolles Line-Up zusammenzustellen und als Partner erwies sich das Haus der Jugend in Düsseldorf mit ihrer freundlichen und sehr professionellen Crew als extrem gut. Auch wenn es am Ende im VVK doch nicht so viel Zuspruch bekam und daher das Festival von der Halle in das Cafe verlegt werden musste, war es ein wunderbarer Abend. An sich stimmte alles. Ok: die Luft in der Kneipe war dann sehr dünn, so dass nach jedem Set alle nach draußen strömten, um wieder frische Luft aufzutanken. Aber so was gehört irgendwie auch dazu.
Nun spielten an diesem Abend nicht nur fünf Bands. Es gab zudem eine Ausstellung von vielen Fotographien der Ramones - einer, der viele der Coverbilder geschossen hat, war auch da: George DuBose. Zudem konnte man "Ramoetry" (An Outspoken Tribute To The Ramones) bestaunen und zwei Italiener waren zu Gast, die einen Katalog mit unzähligen Ramones-Konzertpostern im Gepäck hatten.
Kontrollpunkt
Den Anfang machten "Kontrollpunkt" aus Düsseldorf. Sie spielten eine Mischung aus eigenen Songs und einigen Ramones-Klassikern. Und wer meint, Ramones-songs zu spielen, sei eine einfache Übung, sollte sich nicht täuschen. Was andere sehenden Auges an die Wand fahren, brachten "Kontrollpunkt" aber mit eigener Akzentuierung sehr gut rüber. Neben "Sheena is a Punkrocker" spielten die Düsseldorfer noch "Pet Sematary". Der "Rest" war engagierter Deutsch-Punk. Sympathische Band, die wie alle anderen Bands dieses Festival sehr unterstützt haben.
Nimrods
Als zweite Band des Abends spielten die "Nimrods". Diese Band ist ein Selbstläufer: coole Songs, grandiose Performance und ein wunderbarer Humor. Ich jedenfalls kann mir die immer wieder angucken. Ich mag diese Bands, die unbeschwert einfach Spaß am Spielen haben und sich dabei nicht allzu ernst nehmen. Bewundernswert ist zudem immer wieder der Bassist, der nur mit einer Saite spielt. Nach dem Auftritt des obligatorischen Gorillas - der arme Kerl, der in dem Kostüm in Sauna-Atmosphäre auf der Bühne rumhoppeln musste - musste aber die Band dieses Mal aufgrund der Hausordnung auf ihre Konfettikanonen verzichten. Stattdessen verteilte der Gitarrist Feuerzeuge, so dass dann vor der Bühne ca. 20 Menschen mit Feuerzeugen schwenkten. Kreativer Humor! Leider spielten die Nimrods nur eine halbe Stunde. Die hatte es aber in sich.
Zwakkelmann

"Zwakkelmann" war der nächste im Lineup. Wie schon vor einigen Monaten spielte der mit seiner Band. Es war wieder einmal sehr lustig. Zwakkelmanns Texte zwingen einem automatisch ein Grinsen ins Gesicht. Titel wie "Ja vielleicht bin ich asozial" oder "Menschen bei der Nahrungsaufnahme" sind schon ein Brüller. Jedenfalls verging der 45minütige Set wie im Fluge.
Jiro Okabe




Für mich vollkommen unbekannt war die vierte Band des Abends: "Jiro Okabe" mit seiner Band. Jiro Okabe - ein Amerikaner - hat u.a. mit CJ Ramone und Richie Ramone zusammengespielt. Und zusammen mit seinem Gitarristen und seinem Schlagzeuger legte er einen Set hin, der hinreissend war. Auch wenn 75 Prozent der Songs Cover der Ramones waren, hatte ich nie das Gefühl, dass das einfach nur so eine Coverband sei. Jiro Akobe und die beiden anderen gaben allen Lieder eine eigene Note. Da wurde nichts bis in typische Bewegungen hinein nachgeahmt. Da wurden großartige songs auf andere großartige Art und Weise zu Gehör gebracht. Einzig "My Bonnie" war nicht nur in meinen Ohren ein Ausrutscher. Aber selbst das trübte nicht den Gesamteindruck, dass an diesem Abend - als einzige internationale Band - ein außergewöhnliches Trio in Düsseldorf zu Besuch gewesen war.

Richies
Krönender Abschluss waren dann die "Richies", die viel zu selten aufspielen. Die Band ist eine Legende. Sympathisch, fantastisch. Ähnlich wie die Nimrods haben sie sich den Ramones-Sound zu eigen gemacht und ihn in viele wunderbare eigene Songs gegossen. Und das alles klingt so lebendig und zeitlos, dass es nicht nur für mich eine Freude war, diese Band zu erleben. Jörg hat es einige Überredungskunst gekostet, diese Band für diesen Abend zu gewinnen. Es hat sich mehr als gelohnt.
Als dann um 23.00 Uhr alles vorbei war, legte dann noch die DJ-Legende aus Düsseldorf - JayKay - auf. Was will man mehr.
Also: ein wunderbarer Abend und Dank an Jörg, der das alles organisiert hat und dank an die Crew vom Haus der Jugend.

Freitag, 8. September 2017

Department S, Bitter Grounds & Establishment @ Essen, Don't Panic (7.9.2017)

Department S
Bezüglich der Zuschauerzahl war das ein trauriger Abend: zieht man die insgesamt 15 Bandmitglieder (incl. Merch-Mann)ab, waren es am Ende vielleicht 10 zahlende Gäste. Donnerstagabend in Essen. Im Blick auf die Musik war der Abend aber richtig, richtig gut.
Zuerst spielte die niederländische Band "Establishment". Das sind fünf Musiker, die wohl viel Spaß am alten us-amerikanischen Hardcore haben. Als sie begannen - und noch nicht eindeutig zu erahnen war, ob sie gut oder eventuell auch grottenschlecht sein würden - meinte ein weiblicher Gast (Hallo Heidrun!), dass es ja dann schon peinlich wäre, wieder raus zu gehen...denn wir standen zu dem Zeitpunkt mit einer Handvoll Menschen im "Hinterzimmer" des Venues, wo das Konzert aufgrund der schlechten Nachfrage (3!!! Tickets im VVK)hinverlegt worden war. Aber niemand musste gehen: die Band war wirklich ordentlich und das letzte Stück "Grey Day" ist ernsthaft klasse.

Die für mich an diesem Abend beste Band war "Bitter Grounds". Das sind auch Niederländer. Sie haben ein Album raus, das durch und durch ein Knaller ist. Sie spielen eine Mischung aus Punk mit Ska- und Reggae-Einflüssen. Und das tun die so erfrischend, das es eine wahre Wonne ist, das live vor der Bühne mitzuerleben. Auch hier war das letzte Stück "Life Of Violence" der Höhepunkt (unter vielen). Es ist schon toll, dass es auch immer wieder neue Bands zu entdecken gibt. Und ich habe großen Respekt nicht nur vor dieser Band, sondern auch vor den anderen beiden: dass sie trotz der wenigen Menschen im Publikum ihr Programm ohne Murren durchziehen.


Dann - um 22.00 Uhr - betraten "Department S" die Bühne und spielten einen tollen Set. Auch wenn es ja eine Band ist, in der kein einziges Original-Mitglied mehr dabei ist, funktioniert es. Und das neue Album ist eh eine Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Ok: wieder einmal fehlte ein Keyboarder, der gerade auch die alten Stücke bereichert hätte. Trotzdem. Es machte Spaß und die Band spielte auch zwei Cover-Versionen: war die erste "Sonic Reducer" wirklich einmalig, gibt es aus meiner Sicht bei "Born to loose" ein paar Abstriche. Aber egal. Alle, die da waren, hatten ihren Spaß. Ich kaufte mir dann noch die Vinyl-Version des Bitter Grounds Albums und traf beim Herausgehen den Sänger von Department S, der mich mit Handschlag verabschiedete...was ja bei so wenigen Leuten kein Problem ist. So erlebte ich an diesem Abend 3 Bands, die allesamt sehr sympathisch waren.

Sonntag, 3. September 2017

Love Machine & The Mañana People @ Duesseldorf, KIT (2.9.2017)

Love Machine
Ein schöner Septemberabend. Wir kamen am Rhein zum KIT (Kunst im Tunnel). Das ist ein netter Laden. An dem Abend sollte die Düsseldorfer Band "Love Machine" spielen. Umsonst. "Love Machine" ist eine Band, die alte Zeiten beschwört: rein äußerlich hätten die Bandmitglieder Ende der 60er/Anfang der 70er leben können: Lange Haare, Bärte, Hemden von "damals" usw. ...und der Sänger sah aus wie "Rasputin" - musikalisch ist es ein interessanter Mix aus Psychedelic, Krautrock und noch einigen anderen Einflüssen. Nun ist das, was die Band da im KIT hinlegte, aber alles andere als abgestanden. Musikalisch extrem gut aufeinander eingespielt - inklusive zweitem Drummer - spielten die Düsseldorfer einen gut einstündigen Set, der wirklich gut war. Ich war an vielen Stellen an gute Klänge aus meiner Pre-Punk-Zeit erinnert. Insofern war es eine musikalische Zeitreise, die Spaß machte. Ok: das Trommelsolo am Schluß war nicht so mein Ding. Aber ansonsten würde ich mir die sofort wieder angucken.
The Mañana People
Als Support spielte ein Duo "The Mañana People", die sonst wohl als fünfköpfige Band auftreten. Die passten im Blick auf den Stil ziemlich gut zum Hauptakt: effektiv hätten die auch als Neuauflage von "Zager & Evans" (In The Year 2525) durchgehen können. Kurzweilig und gut.
Also im Ganzen einer wunderbarer Abend. Unerwartet war das - und der Abend rief mir (mal wieder) in Erinnerung, dass es vor 1977 auch wirklich gute Musik gegeben hat. Und es ist schön, dass junge Musiker es hinbekommen, Altes noch einmal ganz neu aufzulegen. Respekt. Und wie ich nach dem Konzert erfuhr, scheint es da noch eine ganze Menge anderer Band zu geben. Spannend! Mal sehen, was es da noch zu entdecken gibt.